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Eigenschaften

Geändert: 09.04.2013

Geschichte der Sächsischen Posaunenmission

Blicke in die Geschichte

Die Posaunenchorarbeit ist seit ihren Anfängen eine geistliche und musikalische Laienbewegung der evangelischen Kirche, obwohl heute auch musikalisch sehr gut ausgebildete Bläser und hauptamtliche Kirchenmusiker darin mitwirken. Die Wurzeln der geistlichen Bläserarbeit in Sachsen reichen weit zurück.

Seit der Reformationszeit unterstützten in vielen Städten Instrumentalgruppen von Laienmusikern, zu denen auch Blechbläser gehörten, als Adjuvanten (Förderer, Unterstützer) die Kantoreien.

In Dörfern und Städten der Oberlausitz finden wir seit dem 18. Jahrhundert Laienbläsergruppen, die mit einem "Chor Posaunen", als einem Quartett Zugposaunen von der Sopran- bis zur Basslage, in den Kirchen musizierten und die Choräle begleiteten.

Ende des 19. Jahrhunderts wird die Posaunenchorarbeit - ausgehend von Westfalen - auch in Sachsen eine Breitenbewegung. Viele Posaunenchöre, deren Instrumentarium sich aber größtenteils aus Vertreters der Bügelhornfamilie (Flügelhorn, Tenorhorn, Bariton und Tuba) zusammensetzt, entstehen in den christlichen Jünglings- und Jungmännervereinen. 1897 feierten die evangelischen Posaunenchöre in Chemnitz ihr 1. Landesposaunenfest, an dem 14 Chöre mit 93 Bläsern teilnahmen.

Im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts prägte Pfarrer Adolf Müller die sächsische Posaunenchorarbeit. In seinen "Posaunenfeierstunden" schuf er Modelle für die Schriftauslegung durch Lied und Musik. Außerdem erschloss er den Posaunenchören den Zugang zu alter und zeitgenössischer Instrumentalmusik, etwa durch die Herausgabe der Werke von Johann Hermann Schein, Samuel Scheidt, Michael Praetorius, Gottfried Reiche und Johannes Pezelius.

Nach dem tiefen Einschnitt des 2. Weltkriegs, der auch manche Posaunenchöre zum Verstummen brachte, gab es viele Neugründungen von Chören. Diese Aufbauphase prägte neben den ehrenamtlichen Landesposaunenpfarrern besonders der Landesgeschäftsführer und spätere Landesposaunenwart Christoph Franke. Im Reisedienst setzte das Landessextett Maßstäbe und betreuten Chorpfleger die Chöre. Auch Mädchen und Frauen fanden Zugang. Das Instrumentarium veränderte sich durch die stärkere Bevorzugung von Trompeten und Posaunen. Originalkompositionen für Posaunenchöre entstanden.

Unter den hauptamtlichen Landesposaunenpfarrern Siegfried Fritz und Hartmut Rau wurde vor allem - auch durch die Zusammenarbeit mit namhaften Berufsbläsern wie etwa Prof. Ludwig Güttler - die technische und musikalische Ausbildung der Bläser verbessert und so das Niveau der Posaunenchöre gehoben. Die Chöre wagten sich an anspruchsvollere Literatur heran. Sowohl im kleinen Chor als auch bei den großen Posaunenfesten machten sie dies deutlich.

(Klaus Schlegel, Landesposaunenpfarrer von 1994 - 2000)

 

Pfarrgarten Kötzschenbroda (Radebeul) 1901